Was uns 2025 bewegt hat
Unsere Arbeit bei dabei.digital lebt von den Menschen, die sie gestalten. Das Team erlebt täglich, wie Teilnehmende digitale Hürden überwinden, Neues ausprobieren und Schritt für Schritt sicherer werden. In kurzen Statements teilen unsere Kolleg*innen, was sie in den vergangenen Monaten besonders berührt, motiviert oder beeindruckt hat. Ihre Perspektiven geben einen Einblick in die Vielfalt und Bedeutung unserer gemeinsamen Arbeit.

Yuriy
„Es ist berührend zu sehen, wie ältere Kursteilnehmende während der Schulungen oft mit echter Neugier neue Funktionen ausprobieren. Manche wirken dabei so offen und begeistert wie Kinder, die etwas Unbekanntes entdecken. Sie freuen sich über kleine Erfolge, staunen über ihre eigenen Fortschritte und trauen sich immer mehr zu. Dieses ‚Lernen von Anfang an‘ gibt ihnen spürbar mehr Sicherheit und ein Gefühl der Selbstständigkeit.“
Demet
„Viele Drittstaatsangehörige erleben Gleiches: Die sprachliche Hürde ist schon groß genug – doch die digitale wird immer höher. Behörden, Ärzte, Beratungsstellen – alle verlagern ihre Angebote ins Digitale. Und wer da nicht mitkommt, verliert schnell den Anschluss.“


Mickaelle
„Als Projektmitarbeiterin (VKII Ruhrbezirk e.V.) im Kooperationsprojekt Dabei Digital habe ich bisher viele spannende Erfahrungen gesammelt. In der Zeit, seit ich dabei bin, habe ich unglaublich viel gelernt. Besonders wichtig war für mich, dass ich mich näher mit den Menschen auseinandersetzen konnte. Dadurch habe ich besser verstanden, welche Schwierigkeiten Menschen haben, die als Drittstaatsangehörige bezeichnet werden, im Alltag und besonders in der digitalen Welt haben können – und wie wir gemeinsam Lösungen dafür entwickeln können.“
„Ich habe auch gemerkt, dass es viele Dinge im digitalen Bereich gibt, die für manche Menschen völlig neu sind. Am Anfang war das für mich überraschend, aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und gelernt, geduldig und verständnisvoll zu erklären. Es berührt mich anderen etwas beizubringen und zu sehen, wie es ihnen im Alltag hilft.“
„Insgesamt finde ich das Projekt sehr interessant, und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Ich glaube, dass viele Menschen noch viel über Dabei Digital erfahren sollten, weil es wirklich einen positiven Unterschied machen kann. Vielen Dank.“
Hage
„Die meisten meiner Teilnehmer verfügen über eingeschränkte Deutschkenntnisse, was die Vermittlung komplexer digitaler Inhalte zusätzlich erschwert. Noch herausfordernder ist jedoch die Tatsache, dass viele von ihnen noch nie oder nur sehr selten an einem Computer gearbeitet haben. Ich habe gelernt, kleine Erfolge zu feiern. Wenn jemand zum ersten Mal erfolgreich eine E-Mail verschickt oder ein Formular online ausgefüllt hat, ist das ein echter Meilenstein. Diese positiven Erlebnisse motivieren die Teilnehmer und geben ihnen Selbstvertrauen.“


Lara
„Bei dabei.digital biete ich regelmäßige Schulungen und Online-Treffen für Haupt- und Ehrenamtliche in Migrant*innenorganisationen an. Das Ziel: die Vereinsarbeit durch digitale Tools zu erleichtern und Multiplikator*innen zu schulen, die ihr Wissen in ihren Communities weitergeben. Was mich dabei besonders freut? Der lebendige Austausch zwischen den Teilnehmenden. Wenn die Motivation, was wir immer wieder merken, mit neuer Energie gibt, um neue Formate zu entwickeln!“
Maxim
„Es ist toll, dass wir mit dabei.digital und dank Förderung von AMIF und GiD gGmbH Drittstaatsangehörigen und Organisationen oder Initiativen, die mit dieser Zielgruppe arbeiten, gezielt helfen können. Die Menschen sind oft noch nicht lange in Deutschland, haben Verständigungsschwierigkeiten, wenig Geld und kennen sich kaum aus. Unsere Angebote liefern Antworten auf viele aktuelle Fragen, empowern nachhaltig und sind kostenlos.“
„Viele Migrant*innenorganisationen, kommunale Träger, Institutionen und Multiplikator*innen in Dortmund unterstützen uns und bieten Plattform für Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit, weisen die Zielgruppe auf unsere Angebote hin, teilen mit uns Praxiserfahrungen. Das hilft uns, mehr Menschen zu erreichen, Barrieren zu überwinden und unsere Angebote noch passender zu gestalten.“
„Natürlich ist es ein sehr gutes Gefühl, auch in unserem interkulturellen Projektteam und bei unseren Ehrenamtlichen so viel Engagement, Hilfsbereitschaft, Kompetenzen und Innovation zu sehen.“
„Vielen Dank für die Unterstützung allen, die mitmachen und mitmachen werden!“

Interview mit Maxim Gozman – Projektleiter dabei.digital

Was war für dich persönlich das wichtigste Erlebnis seit dem Start von dabei.digital?
Seitens Teilnehmer*innen, von Vereinen und Behörden kriegen wir mit, dass Bedarfe an unseren Hilfestellungen unter Menschen mit Migrationsgeschichte/Drittstaatsangehörigen sehr hoch sind, denn viele kennen sich in der digitalen Welt nicht gut genug aus, um auch das Notwendigste zu erledigen. Das geht von der Terminvereinbarung bei Bürgerdiensten, wo man zumindest eine E-Mail-Adresse haben muss, über Nutzung von KI für Übersetzungen (wie installieren?) und Hochladen von Dokumenten für die Krankenkasse (Stichwort „Dateien auf dem Handy finden“), bis hin zu Jobcenter digital, das für viele zwar nützlich aber bei der Einrichtung besonders herausfordernd ist. Ich sehe, dass wir Antworten auf dringende Fragen liefern und unsere Angebote sehr gut ankommen.
Auch ein wichtiges Erlebnis – Unterstützung durch unsere Netzwerkpartner*innen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass viele Organisationen, Institutionen und Behörden in Dortmund auf uns zugehen, Raum für Projektpräsentation und Austausch bieten, ihre Erfahrungen mit uns teilen und so helfen noch mehr Menschen mit Bedarf spezifischen Angeboten zu erreichen.
Was hat dich in der Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden am meisten beeindruckt?
Interesse am Lernen ist beeindruckend. Alters- und Herkuftsübergreifend. Menschen, die zu einer Beratung kamen oder an einem Workshop teilgenommen haben, wünschen noch mehr Veranstaltungen, schlagen eigene Themen für Workshops vor. Auch beeindruckend wie schnell Berührungsängste mit digitalen Technologien der Freude an ihrer Nutzung weichen.
Worauf bist du im Team oder im Projekt aktuell am Stolzesten?
Stolz bin auf unser großes multikulturelles Projektteam – wir sind 9 Haupt- und 12 Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen-, darauf wie mit Fachexpertise, Kreativität, Flexibilität, Leidenschaft und Zuneigung eine Vielzahl bedarfsgerechter und niedrigschwelliger Angebote entsteht.
Wir können individuelle Beratung und Gruppenveranstaltungen in vielen Sprachen anbieten. Gerade für viele Neuangekommenen macht es die Veranstaltungen erst zugänglich. Als auch weil dadurch Vertrauen aufgebaut wird. Auch bin ich stolz auf die Basis, die der VMDO e.V. für die Umsetzung des Projekts liefert. Viele Synergien mit anderen Projekten und Bereichen werden genutzt.
Es sind viele Kenntnisse und Erfahrung vorhanden. Die Art der Zusammenarbeit erlaubt es uns diese Erfahrungen in verschiedenen Projektbereichen einzubringen. Auch bin ich stolz zu sehen, wie förderlich es ist, mit VKII e.V. und DAKME e.V. in einem Kooperationsverbund zu arbeiten – jeder Verein bringt seine Spezifika ein und bereichert so das Projekt. Das merke ich bei den Teilnehmer*innen und Angeboten.
Was möchtest du den Teilnehmenden zum Jahresende mitgeben?
Es freut mich, dass wir im ersten Projektjahr so viele Menschen erreicht haben. Vielen Dank allen Beteiligten für das Interesse und Vertrauen, fürs spontane Vorbeikommen und Bleiben, fürs Weitersagen und Empfehlen, für den Austausch und vielfältige Unterstützung. Mit euch wachsen wir und werden besser.
Bonusfrage: Was erwartet uns 2026 – was ist dir besonders wichtig?
Unser Projekt ist agil und hinsichtlich solcher Faktoren wie Themen, Formate, Orte, Sprache ziemlich flexibel. So werden wir auch nächstes Jahr ein breites abwechslungsreiches Angebot für Menschen und Organisationen haben. Natürlich arbeiten wir ebenfalls mit anderen Bereichen und Projekten beim VMDO zusammen und nutzen vielfältige Synergieeffekte.
In Entwicklung ist außerdem unsere digitale Plattform. Sie soll 2026 online gehen. Und da sie ein Produkt des Mitmachens sein wird, ist für mich auch an dieser Stelle gute Zusammenarbeit in unserem Netzwerk sehr wichtig.






